Interview nu water

Hallo Herr Kowitz,
ich freue mich über ihre Bereitschaft sich unseren Fragen zu stellen. Sie sind Teilhaber und Geschäftsführer der ICEIS Germany GmbH, welches nú – das isländische Gletscherwasser abfüllt und u.a. in Deutschland anbietet. Aus einem ursprünglich humanitärem Projekt der isländischen Partner, welches im Zuge der Finanzkrise im Jahr 2008 nicht weiter geführt wurde, entwickelten Sie die Idee das letzte natürliche Wasser abzufüllen und zu exportieren.

SPC-Frage: Was ist Ihre Idee im Kern, wie haben Sie diese entwickelt und letztendlich umgesetzt?

Torsten Kowitz: Die Idee war, mittels kommerzieller Vermarktung des isländischen Wassers finanzielle Mittel zu erwirtschaften, die die Lieferung des hochreinen Wassers in notleidende Gebiete Afrikas und Asiens unter humanitären Aspekten ermöglichen.
Dafür wurde eine der Qualität des Wassers angepasste Bag-in-Box-Verpackung entwickelt und eine vollautomatische Abfüllanlage in Deutschland installiert.
Seit 2013 wird das Wasser in 5-Liter Boxen auf dieser Anlage abgefüllt und in Europa und China verkauft. Verschiedene Gründe, u.a. Qualitätsverbesserung, haben dazu geführt, dass die Anlage in Island an der Quelle installiert wurde und seit Juni 2020 vor Ort in die 5-Liter Boxen abgefüllt wird.

SPC-Frage: Was waren oder sind heute noch die größten Herausforderungen?

Torsten Kowitz: Die größte Herausforderung ist, dass wir aufgrund der EU-gesetzlichen Bestimmungen die gesundheitlichen Vorteile des basischen Wassers nicht benennen dürfen, da wir keine entsprechenden Studien vorweisen können, für die erhebliche finanzielle Aufwendungen notwendig wären. Weiterhin gestaltet es sich sehr schwierig, unser Wasser breitgefächert bekannt zu machen und bestimmte Vorbehalte bei den Verbrauchern gegenüber einem Wasserimport aus Island auszuräumen.

SPC-Frage: Was ist das Besondere ihres Gletscherwassers und wie unterscheidet es sich zu anderen z.B. in Deutschland abgefüllten Wassern?

Torsten Kowitz: Die Gletscher in Island sind ca. 110.000 Jahre alt. Das Wasser aus dem Gletschereis hat deshalb eine sehr hohe Reinheit, da es nicht mit der heutigen Luftbelastung in Berührung kam.
Beim Abschmelzen am Boden der Gletscher verändert sich die Struktur von H2O auf H3O2. Diese Struktur ist relativ instabil (es fehlt jedes vierte Wasserstoffproton) und strebt permanent den H2O-Urzustand wieder an. Deshalb, und auch bedingt durch die sehr niedrige Mineralisation (55ppm), ist es ein sogenanntes leeres Wasser, welches sehr leicht gelöste Stoffe im Körper aufnimmt und ausspült. Unser körpereigenes Wasser besteht auch zum großen Teil aus H3O2, vermutlich kann sich das isländische Wasser dadurch sehr gut im Körper ausbreiten, hat also eine hohe Zellverfügbarkeit.
Darüber hinaus hat unser Wasser aktuell einen natürlichen Sauerstoffgehalt von 14mg pro Liter, der durch die hohe Zellverfügbarkeit tatsächlich in den Körper gelangt.

Zusammengefasst gesagt: Dieses Wasser in seiner einzigartigen Zusammensetzung (niedrige Mineralisation bei hohem pH-Wert) dringt, ganz im Gegensatz zum Leitungswasser, mühelos durch unsere Zellwände, neutralisiert saure Stoffe in unserem Körper, entgiftet und entschlackt. (Anm. d. Red.: Körperentsäuerungen und erhöhte Sauerstoffaufnahme können sich positiv auf unser Allgemeinbefinden auswirken und helfen bestimmte Übersäuerungsbeschwerden wie Sodbrennen, Muskelkater, Gelenkprobleme) zu lindern.)

SPC-Frage: Sie sprechen davon, dass Ihr Wasser besonders basisch sein soll. Als eines der ersten Tests mit Ihrem Wasser haben wir dies mit einem Lackmuspapier versucht zu messen. Unser Ergebnis ergab jedoch keinerlei Nachweis, das Lackmuspapier reagierte überhaupt nicht. Was können Sie dazu sagen?

Torsten Kowitz: Das isländische Wasser hat eine relativ niedrige elektrische Leitfähigkeit von 70-80 Mikrosiemens. Lackmuspapier benötigt eine Mindestleitfähigkeit von 125 Mikrosiemens. Zudem verfügt das Wasser über keine Pufferlösung (durch die niedrige Mineralisierung von 55ppm), die für die ungefähre Bestimmung eines pH-Wertes mit Lackmus-Streifen notwendig ist.
Wir messen den pH-Wert direkt bei der Abfüllung inline unter Ausschluss von Luft und lassen eine zusätzliche Messung durch ein unabhängiges Laborinstitut vornehmen. Die Ursache für den hohen pH-Wert ist einzig durch die Struktur des Wassers mit einem Elektronenüberschuss begründet.

SPC-Frage: Welche Erfahrungen oder sogar wissenschaftliche Erkenntnisse gibt es, wenn ich als Sportler speziell als Ausdauersportler Ihr Wasser trinke?

Torsten Kowitz: Ein Beispiel: Trinkwasser, welches aus der Leitung kommt, steht unter Druck. Diese dauerhafte Kompression für dazu, dass die Wasser-Moleküle zusammengepresst werden. Diese sogenannten Cluster sind nicht mehr in der Lage unsere Zellwände zu durchdringen. Den Effekt spüren wir, insbesondere nach großen Anstrengungen. Egal, wie viel wir trinken, das Durstgefühl verschwindet nicht, da sich das Wasser nicht im Körper ausbreiten kann. Durch die sehr feine Struktur und hohe Reinheit unseres Wassers kann dieses sich sehr gut im Körper ausbreiten und sorgt durch den schnellen Laktatabbau und die erhöhte Sauerstoffaufnahme für eine wissenschaftlich nachgewiesene Leistungssteigerung.
(Anm. d. Red.: Eine Studie des Instituts für Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg unter Leitung von Prof. Dr. Kuno Hottenrott verglich 2016 handelsübliches Mineralwasser mit Gletscherwasser und kam zu folgender allgemeiner Zusammenfassung: „… bei mehrtägiger erhöhter Trinkmenge von basischen natürlichen Wasser (Gletscherwasser) kann die aerobe und anaerobe Ausdauerleistung gesteigert werden.“. Konkret lassen sich daraus 3 wesentliche Faktoren ableiten:
1. ø Leistungssteigerungen um 8,4%.
2. Erhöhte Sauerstoffaufnahme im Blut von 4,2%.
3. Niedrigere Laktatkonzentration nach dem Sport, bzw. geringere Muskelübersäuerung).)

SPC-Frage: Gerade am Ende eines langen Laufes, bspw. eines Marathons sollte man ausgeschwitzte Mineralien seinem Körper zuführen, um Muskel- und Gelenkbeschwerden zu verringern und insgesamt die Anstrengungen bewältigen zu können. Wie stehen Sie zu diesem Wiederspruch bzgl. Ihres mineralarmen Wassers?

Torsten Kowitz: Ich bin kein Ernährungswissenschaftler, kann mir jedoch nicht vorstellen, dass natürliche Mineralien im Wasser in einer solchen Konzentration vorhanden sind, dass diese einen Ausgleich zu den „ausgeschwitzten“ Stoffen erzielen können. Zusätzlich könnte die Struktur des herkömmlichen Wassers eine Zellverfügbarkeit in dem erforderlichen Umfang verhindern.
Unsere Erfahrungen mit Sportlern haben gezeigt, dass diese z.B. nach einem Marathonlauf, bei dem nur unser Wasser konsumiert wurde, keine oder nur geringe Anzeichen von Muskel-oder Gelenkbeschwerden aufwiesen, was wahrscheinlich durch den schnellen Laktatabbau und Ausgleich des Säure-Basen-Haushalt begründet werden kann.

SPC-Frage: Bestimmte Mineralien, die unser Körper nicht selbst bilden kann, werden häufig über Mineralwasser aufgenommen. Welche durchschnittlichen Tagesmengen sollte ein Mensch von welcher Art Wasser zu sich nehmen?

Torsten Kowitz: Von unserem Wasser empfehle ich (ohne Sport) 1 – 1,5 Liter über den Tag verteilt begleitend zu anderen Flüssigkeitsaufnahmen zu sich zu nehmen. Für andere Wässer kann ich nicht sprechen und verweise hier auf die einschlägige Fachliteratur.

SPC-Frage: Auf Grund unserer Veröffentlichung über ihr basisches Wasser, erreichten uns zahlreiche Leseranfragen. Viele Reaktionen unserer User hinterfragten kritisch die ökologische Seite des Transports von Wasser aus Island, obwohl wir in Mitteleuropa über genügend Ressourcen verfügen.

Torsten Kowitz: Der Transport des Wassers aus Island erfolgt von Reykjavik nach Bremerhaven per Container mit dem wöchentlichen Versorgungsschiff, welches auf dem Rückweg von Island nicht voll ausgelastet ist. Da Island neben der Fischverarbeitung und Aluminiumproduktion keine nennenswerten Exportgüter erzeugt, finden wir meist noch etwas Platz für unser Wasser. Sollte ein Schiff ausgelastet sein, verschieben wir unseren Transport. Das ist zwar für unsere Kunden nicht schön, jedoch verstehen die meisten diese Verzögerungen. Die Umwelt unnütz zu belasten, nur um eine Ware schneller zu bekommen, macht für uns keinen Sinn. Der Weitertransport ins deutsche Binnenland erfolgt weitestgehend per Bahn.
Darüber hinaus verwenden wir ausschließlich die umweltfreundliche Bag-in-Box Verpackung, welche aktuell die niedrigsten CO2-Emmisionen verursachen. (Anm. d. Red.: Laut einer norwegischen Studie verursachen Bag-in-Box Verpackung weniger als 20% CO2-Emmission gegenüber der Glasflasche und weniger als 50% gegenüber der PET-Flasche.)

SPC-Frage: In Bag-in-Box Verpackung werden immer wieder Plastikrückstände gemessen, vor allem bei längerer Lagerung. Wie gehen Sie mit diesem Problem um?

Torsten Kowitz: Wir verwenden einen Beutel, der auf der wasserberührenden Seite speziell beschichtet ist, um ein Eindringen von Weichmachern und anderen chemischen Bestandteilen in das Wasser zu verhindern. Dies ist geschmacklich so „sensibel“, dass schon geringe Plastikstoffe ausreichen, das Wasser komplett nach Plastik schmecken zu lassen. Dies verhindern wir mit der Spezialfolie. Mikroplastik gelangt meist durch Abrieb in die Flüssigkeiten bzw. kann sich nach einiger Lagerzeit aus der Folie lösen. Auch dies versuchen wir mit der Spezialfolie zu verhindern.
Die Bag-in-Box bietet zudem den Vorteil, dass sie im Verhältnis zur Flüssigkeitsmenge eine wesentlich geringere Verpackungsoberfläche hat als eine Flasche. Wir geben auf die Box ein MHD von 12 Monaten.

SPC-Frage: Was sind Ihre nächsten Ziele und welche Vision verfolgen Sie mit nú?

Torsten Kowitz: Aktuell fokussieren wir uns auf folgende Herausforderungen:
1. Stabilisierung der Produktionsmengen in Island, wobei dies unter den aktuellen Reise- und Transportbedingungen erhebliche Anstrengungen und Kreativität erfordert.
2. Alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, auch ohne, dass Verbrauchermessen wie Grüne Woche stattfinden dürfen, unser Wasser breitgefächert bekannt zu machen.
3. Mittelfristig schaffen wir die Voraussetzungen für die Befüllung von Tankern.

Unsere Vision mit nú ist nach wie vor die Versorgung von Menschen mit sauberem Trinkwasser in Notsituationen und gleichzeitig unseren Kunden ein basisches Wasser mit hervorragenden gesundheitsfördernden Eigenschaften zur Verfügung zu stellen.

SPC: Ich bedanke mich sehr für ihre Zeit, Offenheit und Transparenz.

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