Trailrunning

Was brauche ich fürs Laufen im Gelände?

Trailrunning? Neuer Trend oder alter Hut?

Dieser, oftmals als moderner Crosslauf bezeichnete, Trend ist in Zeiten vom stressgeplagten Arbeitsleben oder zu wenig frischer Luft und Bewegung, bietet vielfältige Möglichkeiten. Experten verstehen unter diesem Geländelauf das Joggen abseits befestigter oder gekennzeichneter Fußwege. 
Dabei spielt neben der Entspannung und der grundsätzlichen Bewegung die Forderung des gesamten Bewegungsapparates eine entscheidende Rolle. Durch die vielfältigen Arten des Geländes sowie des Untergrundes wird die Koordination und Forcierung neuer Bewegungsabläufe geschult und gefördert. Mit den kontinuierlichen Schritten auf diversen Bodenverhältnissen wird weiterhin das Verletzungsrisiko reduziert.
Viele Extremsportler lieben dabei die besonders unwegsamen, steilen oder von sehr eindrucksvollen Witterungsbedingungen betroffenen Trails. Grundsätzlich gilt, dass die Strecke nicht asphaltiert sein darf und sich draußen befinden muss, um als Trail zu zählen. 

Welche Besonderheiten gibt es bei dieser speziellen Laufform gegenüber anderen Laufarten?

Bei einem Lauf im Gelände ist weniger die Zeit und Geschwindigkeit im Hauptfokus (für professionelle Trailrunner in Wettbewerben schon), sondern Eigenschaften wie Abenteuerlust, Freiheitsdrang, Neugier und der Wunsch, altbekannte Pfade zu verlassen im Mittelpunkt. Die nicht asphaltierten und häufig unebenen Pfade zwingen den Läufer zu großer Achtsamkeit, um nicht umzuknicken oder zu stolpern. Achtsamkeit und ein Blick für die Natur sind gerade im Freizeitbereich erlaubt und erwünscht. Insbesondere das Bewusstsein für die Umwelt und Natur macht diese Sportart einzigartig und trifft den Zeitgeist. Um den Fokus nicht zu verlieren ist ein Stehenbleiben auf der Wegstrecke zwischendurch erlaubt, um dem Bachlauf zu fokussieren oder einen Vogel nicht zu verscheuchen. 
Die Geschwindigkeit wird in dieser Sportart neben der Konstitution und Kondition des Trailrunners ursächlich durch die klimatischen Verhältnisse und die Bodenbeschaffenheit 
beeinflusst.

Was ist bei der notwendigen Ausrüstung zu beachten?

Vor dem Hintergrund der Individualität und der Diversität der Trailrunning-Strecken ist die Ausrüstung maßgeblich von dem Streckenniveau und des Untergrundes abhängig. Die Entscheidung, welche der notwendigen Utensilien wirklich im Einzelfall notwendig sind, sollte immer von dem Streckenprofil abhängig gemacht werden.

Die richtige Auswahl des idealen Schuhwerks:

Im Hauptfokus stehen dabei die Trailrunning Schuhe. Die Füße tragen den Trailrunner über unterschiedlichste Pfade, sodass ein Schuh mit den richtigen Eigenschaften und guter Qualität essentiell für das Lauferlebnis ist. Grundsätzlich ist ein Trailrunning Schuh mit einer etwas steiferen Sohle als ein üblicher Schuh versehen, um unabhängig von Bodenbeschaffenheit keine Druckstellen aufgrund zu flexiblen Materials oder bei spitzen Gegenständen zu erhalten. Auch im Bereich des Obermaterials ist eine robuste Schicht von Vorteil. Einige Modelle verfügen ein spezielles Profil, um das Sammeln von Steinen zu verhindern. Ein niedriger Schwerpunkt sorgt für einen engen Bodenkontakt und beugt gegen ein mögliches Umknicken vor.
Unter Berücksichtigung der Streckenlänge sollte das passende Schuhwerk bei kurzen Trails oder Wettbewerben eher leicht sein. Bei unwegsamen Gelände und langen Trails sind schwere und stabile Trailrunning Schuhe empfehlenswert. Der Komfort sollte neben den Grundeigenschaften für den Trailrunner passen, da die Trails oftmals zwischen Läufen bergab und bergan wechseln, dürfen die Schuhe weder zu locker noch zu eng sitzen. 
Eigenschaften wie Wasserdichtheit oder verstärkter Fersenhalt für Stabilität im Gelände sollten wiederrum von dem Streckenprofil abhängig gemacht werden.
Da bei Trailrunning das Motto „Der Weg ist das Ziel“ für viele Läufer im Mittelpunkt steht, ist ein atmungsaktives Material ein wesentliches Entscheidungskriterium.
Viele Sportschuhhersteller wie Adidas, Nike, Salomon oder Dynafit bieten ein vielfältiges Spektrum an Schuhmodellen an. Insbesondere am Anfang einer „Trailrunner-Karriere“ empfiehlt sich eine professionelle Beratung für die Wahl der richtigen Schuhe. Jeder Fuß ist individuell. Für die ideale Balance und den individuellen Laufstil ist die Prüfung der Drehung des Fußes beim Laufen ein zentrales Merkmal, um den idealen Schuh zu finden.
Gerade zu Beginn ist ein „Allround-Schuh“ sinnvoll, um hinsichtlich des Streckenprofils flexibel zu sein. Mit fortschreitender Trailintensität und Streckenlänge sowie extremerer Untergründe eignen sich dann speziellere Modelle. Professionelle Trailrunner haben im Regelfall mehrere Modelle je nach Trailverhältnissen.

Welche Getränke und Nahrungsmittel sind für einen Trailrunner Teil der Ausrüstung?

Gerade bei langen Trails ist ausreichend Proviant und Getränke notwendig. Als energiespendende Getränke sind Wasser, Saftschorlen, isotonische Getränke und Multivitaminsäfte zu empfehlen. Für die ideale Aufnahme von Flüssigkeit sollten diese ohne Kohlensäure sein. Grundsätzlich ist ein Saft verdünnt mit Wasser optimal, da nur Wasser nicht so schnell vom Magen aufgenommen werden kann.
Im professionelleren Bereich eignen sich spezielle Trinksysteme, welche über den Rucksack eine stetige und bedarfsgerechte Zufuhr von Flüssigkeit ermöglichen. 
Bei der Nahrung ist es ratsam, regelmäßig kleinere Snacks zu essen, um dem Körper fortlaufend Energie zuzuführen. Energieriegel oder Gele mit ausreichend Protein sind für die Trailrunner eine gute Energiequelle. Obst ist ebenfalls als kleiner Snack gut geeignet.

Welche Ausrüstungsgegenstände sind weiterhin notwendig?

Zum Verstauen sämtlicher Utensilien ist ein leichter und kompakter Laufrucksack elementar. Dieser sollte über mehrere Staufächer verfügen. Eine leichte, bestenfalls regenfeste Laufjacke, Trinkflaschen, die Energieriegel sowie ein Telefon sollten mit im Gepäck sein. Um für plötzliche Wetterumschwünge gut vorbereitet und ausgestattet zu sein, sind zudem Sonnenschutz und Handschuhe notwendig.
Wichtig, auch um ggf. Wanderern oder anderen Trailrunnern, aber sich selbst helfen zu können, ist ein Erste-Hilfe-Paket. Auch eine Pfeife sowie eine Aludecke empfehlen sich als Notfallausrüstung.
Die passende Kleidung mit Laufsocken, Laufshirt und Laufhose bedarf keiner anderen Anforderungen als beim Joggen (atmungsaktiv und von guter Qualität). Je nach Streckenlänge ist Ersatzkleidung sinnvoll. Viele Trailrunner sind mit Kompressionstrümpfen ausgestattet. Diese, fast kniehohen Strümpfe, fördern die Entspannung der Muskeln, sodass die Beine weniger schnell ermüden. Der stetige, leichte Druck auf die Waden durch das enge Material ist gerade zu Beginn Gewohnheitssache.
Eine Sportuhr, bestenfalls mit GPS zur Orientierung, hilft bei dem Tracken der Strecke. Zur Sicherheit ist gerade bei unbekannten Trails zusätzlich ein Kompass, eine Karte oder ein GPS-Gerät lohnenswert. 
Optional, wiederrum abhängig vom Höhenprofil der Strecke, sind Laufstöcke ein hilfreicher Unterstützer bei längeren Distanzen.

Die Top 10 für eine erfolgversprechende Trailrunning-Tour:

1. ausreichend zu Trinken
2. komfortable Trailrunning Schuhe
3. atmungsaktive und wetterfeste Kleidung
4. kompakter Rucksack
5. Erste-Hilfe-Paket
6. ausreichend Nahrung bzw. Energieriegel
7. Smartphone für den Notfall
8. Laufuhr/ GPS-Gerät/ Kartenmaterial 
9. Kompressionsstrümpfe
10. Handschuhe.

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