Wasser ist nicht gleich Wasser!

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Wasser ist nicht gleich Wasser

Kleine Enzyklopädie über die Quelle des Lebens!

Was sind die grundsätzlichen Unterschiede zwischen Heilwasser, Leitungswasser, Quellwasser, Tafel- und Mineralwasser, sowie Gletscherwasser? Welche Wirkungen haben diese auf unsere Körper im Allgemeinen und speziell für Ausdauersportler? Was ist das richtige Wasser für mich?

Ohne Wasser läuft es nicht! Wer seinen Wasserhaushalt außer acht lässt macht schneller schlapp, verringert seine Selbstheilungskräfte und schadet somit seinem Körper langfristig. „Ein Großteil der Erkrankungen heilt von selbst aus“ sagt Rainer Stange, Internist und bis 2017 leitender Arzt der Abteilung Naturheilkunde am Berliner Immanuel Krankenhaus sowie Präsident des Zentralverbandes der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e.V. (ZAEN).

Jeder kennt die inneren Kräfte aus eigenen Erfahrungen. Fühlen wir uns in Balance, bekommen wir genug Schlaf und ernähren wir uns gesund kann uns eine Erkältung kaum etwas anhaben, sie ist innerhalb von ein paar Tagen wieder vergessen. Eine Muskelzerrung oder sogar ein Knochenbruch heilen oft von ganz allein. Sind wir jedoch gestresst und/oder betreiben wir Raubbau mit unserem Körper, steigt die Anfälligkeit für Erkrankungen rasant, die Dauer der Heilung verlängert sich oder die Schädigungen werden sogar chronisch. Über tägliche Flüssigkeitsmengen und die Wasserzufuhr unter Belastungen ist bereits viele diskutiert und geschrieben worden.

Faustregel bzgl. der Trinkmenge unter Belastungen: Gewicht vor dem Sport minus Gewicht nach dem Sport = Flüssigkeitsverlust, den man ausgleichen sollte.

Letztendlich muss jeder selbst herausfinden was das richtig Maß ist, da jeder Körper individuelle Bedarfe hat die sich im Laufe eines Lebens darüber hinaus auch noch verändern. Wer seine Selbstheilungskräfte stärken möchte sollte auch darauf achten, was er trinkt, denn Wasser ist nicht gleich Wasser.

Kleine Wasserkunde:

Heilwasser

Natürliches Heilwasser stammt aus unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen und sind als staatliche Heilquellen anerkannt. Heidrun Schubert, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern bringt es auf den  Punkt: „Heilwasser ist im Gegensatz zu Mineralwasser, Quell- oder Tafelwasser kein Lebensmittel, sondern ein Arzneimittel. Wer Heilwasser abfüllt muss die Wirksamkeit, die Qualität und die Unbedenklichkeit durch wissenschaftliche Gutachten nachweisen. Eine umfangreiche Prüfung und eine ausführliche Dokumentation sind gesetzlich vorgeschrieben. Heilwasser sollte darüber hinaus erst nach Rücksprache mit einem Arzt bzgl. der Inhaltsstoffe, Mengen und Dauer (meist nicht länger als sechs Wochen) getrunken werden.“

Leitungswasser oder auch Trinkwasser

Leitungswasser besteht in Deutschland zu 2⁄3 aus Grundwasser, der Rest speist sich aus Flüssen, Seen und Talsperren. In Ballungsräumen ist der Grundwasseranteil deutlich geringer, wodurch die Qualität deutlich abnehmen kann. Die Trinkwasserverordnung, welche regelmäßig novelliert wird, regelt die Qualität. Insbesondere sind darin Grenzwerte, die negative Auswirkungen auf unseren Organismus haben können, festgelegt. Substanzen die in hohen Konzentrationen schädigen, sind beispielsweise Aluminium (u.a Arthritis), Blei (u.a. Bluthochdruck, Immunschwäche, Schlaflosigkeit), Kupfer (Leberschäden), Natrium (Bluthochdruck), Nickel (Darmbeschwerden, Hirnschäden) und Nitrat/Nitrit (Darmschleimhaut, Schilddrüse und in Reaktion beider Elemente krebserregend). Obwohl die Untersuchungen der Wasserqualitäten bereits sehr viele Substanzen umfassen, gibt es verbraucherseitig immer wieder Kritik. In den letzten Jahren sind vor allem Arzneimittelrückstände, wie Antibiotika, Schmerzmittel, Hormone, die Antibabypille aber auch Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, da diese Stoffe keinen Grenzwerten unterliegen.
Da Leitungswasser ständig unter Druck steht werden die einzelnen Wassermoleküle zusammengepresst, wodurch sogenannte Cluster entstehen. Dies verhindert das genügend Wasser durch unsere Zellwände gelangen kann. Es fließt damit zum größten Teil durch unsere Körper einfach hindurch, ohne den Durst zu stillen, den Säurehaushalt zu senken und gelöste Stoffe, die abgeleitet werden könnten aufzunehmen.
Unser Trinkwasser wird, zumindest bis zur häuslichen Wasseruhr, sehr regelmäßig kontrolliert und gilt als qualitativ hochwertig. Um sicher zu gehen bestehen zahlreiche Möglichkeiten das aus dem Hahn kommende Wasser prüfen zu lassen. Ein solcher Test ist preiswert und einfach umzusetzen. Flaschenwasser als Alternative ist der sichere Weg, jedoch ökologisch fragwürdig.

Quellwasser

Quellwasser, auch Brunnenwasser genannt, entsteht durch das langsame versickern natürlichen Wassers durch zahlreiche Boden- und Gesteinsschichten. Innerhalb dieses Prozesses wird das Wasser gereinigt und gleichzeitig mit Mineralien und anderen Spurenelementen angereichert. Versickert das Wasser bis zu einer Tiefe von mind. 50 Metern und tritt es an anderer Stelle wieder von selbst zutage und wird am Quellort abgefüllt, bezeichnet man es als Quellwasser. Die Quelle kann dabei natürlichen aber auch künstichen ursprungs sein und muss nachweisbar sicher vor Schadstoffeinleitungen z.B. aus der Landwirtschaft sein. Es unterliegt der Mineral- und Tafelwasserverordnung und gleichzeitig der Trinkwasserverordnung.

Tafelwasser

Tafelwasser wird auf der Basis von Trinkwasser künstlich hergestellt. Es ist kein Naturprodukt und enthält oft verschiedene Wasserarten (Mineralwasser, Natursole, Meer- und Trinkwasser) die mit weiteren Zutaten angereichert werden. Es darf überall produziert werden, jedoch nicht als natürliches Wasser bezeichnet. Die Zuordnung einer Quelle ist ebenfalls nicht erlaubt. Damit das Tafelwasser immer gleich schmeckt, werden ihm häufig erstmal alle Inhaltsstoffe entzogen und anschließend eine feststehende Rezeptur z.B. Mineralien, Speisesalze oder Kohlenstoffdioxid, wieder zugesetzt. Sie sind oft Basis vieler koffeinhaltiger Erfrischungsgetränke.

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Mineralwasser

Natürliches Mineralwasser besteht aus Niederschlägen und Tiefenwasser, welches sich beim Versickern durch unterschiedliche Gesteinsschichten einerseits reinigt, andererseits mit Mineralien anreichert und aus Quellen gewonnen wird. Es fördert durch seine Inhaltsstoffe (Mineralstoffe und Spurenelemente) unsere Gesundheit. Beispielsweise stabilisiert Calcium unser Knochengerüst und sorgt für feste Zähne, Magnesium hat positiven Einfluss auf unsere Konzentrationsfähigkeit und Natrium und Chlorid beeinflussen die Regulierung unseres Wasserhaushaltes. Unsere Organismen sind nicht in der Lage solche Stoffe selbst zu produzieren, deshalb müssen sie idealerweise in gelöster Form aufgenommen werden. Wassermineralisierungen sind sehr unterschiedlich, was man für seinen Vorteil nutzen kann. Hochmineralisiertes Wasser führt uns benötigte Inhaltsstoffe zu, schwach mineralisiertes Wasser ist in der Lage Dinge aufzunehmen, die abgeleitet werden sollten.

Gletscherwasser

Das absolut sauberste Trinkwasser auf unserem Planeten ist Gletscherwasser, da es vor über 100.000 Jahren gefror, als es noch keinerlei Umweltverschmutzungen gab. Das Eis am Boden der Gletscher taut nach 3-4000 Jahren durch Druck und Tiefenwärme wieder auf. Dieses Quellwasser tertiären Ursprungs fließt anschließend durch Vulkangestein, häufig über hunderte Kilometer, ins Meer. Die größten Vorkommen befinden sich auf Island (Isländer verfügen übrigens über die zweithöchste Lebenserwartung der Welt, nur Nepalesen leben länger) und Grönland und werden von den jeweiligen Regierungen besonders geschützt. Auf Island ist es beispielsweise erlaubt nur bis zu 1% des abfließenden Gletscherwassers abzufüllen. Die anderen 99% fließen seit Millionen von Jahren ins Meer und beeinflussen unsere Ökologie besonders positiv. Aktuell sind die Mengen des vorhandenen Gletscherwassers jedoch noch so groß, dass für den Verzehr durch den Menschen genug zur Verfügung steht, allein im Raum Reykjavik sind es 20.000 Liter pro Sekunde.
Die gesundheitsförderlichen Besonderheiten dieses Wasser liegen einerseits an der sehr geringen Mineralisierung und andererseits am hohen PH-Wert. Niedrig mineralisierte Wasser sind in der Lage Stoffe in unseren Körpern aufzunehmen und abzuleiten, was zu einer natürlichen Reinigung von innen führt. Basische Flüssigkeiten (hoher PH-Wert) neutralisieren unsere häufig übersäuerten Organismen. Die einzigartige Zusammensetzung und die Abfüllungen ohne Druck sorgen für eine gute Durchlässigkeit durch Zellwände. Das führt dazu, dass sich die „Kraft“ dieses Wasser im gesamten Körper entfalten kann und nicht einfach durch uns hindurch läuft. Ganz praktisch spürt man dies am schnell verschwindenden Durstgefühl bereits nach wenigen Schlucken.

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